Stand: 12.06.2017, 22:08 Uhr
 
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Hautschutz

 

Gesetzliche Grundlagen zum Hautschutz

Beim Arbeitsschutzgesetz handelt es sich um einen allgemeinen Gesetzestext zum Gesamtkomplex Arbeitsschutz. Ebenso werden Arbeitsschutz- und Sicherheitsaspekte ind der Arbeitsstättenverordnung bzw. Arbeitsstäten-Richtlinie, der Baustellen-Verordnung, dem Chemikaliengesetz, der Gefahrenstoff-Verordnung behandelt.
Hautschutzmittel werden in der Richtlinie 89/656 EWG der sog. PSA-Benutzerrichtlinie, als persönliche Schutzausrüstung eingestuft. Diese Richtlinie ist in Deutschland durch die entsprechende Benutzungsverordnung umgesetzt.
In verschiedenen technischen Regeln für Gefahrenstoffe (TRGS) wird speziell die Vermeidung von hautschäden behandelt, z.B.:

  TRGS 150 „Unmittelbarer Hautkontakt mit Gefahrstoffen, die durch die Haut resorbiert werden können“
  TRGS 530 „Friseurhandwerk“
  TRGS 531 „Gefährdung der Haut durch Arbeiten im feuchten Milieu“
  TRGS 540 „Sensibilisierende Stoffe“

Die Sicherheit für den Anwender von Hautschutzmitteln wird durch Einhaltung der Forderungen der Kosmetik-Verordnung einschließlich der Regelungen der guten Herstellungspraxis (GMP) gewährleistet.

Die Haut

Die Haut ist Grenzfläche des Organismus zur Umwelt. Daraus leiten sich ihre wichtigen Schutzfunktionen gegen das Eindringen von Fremdstoffen und mechanische Beanspruchung ab. Die Haut nimmt umfangreiche physiologische Funktionen wahr, wie z.B.

  Temperaturregulierung
  Regulierung des Wasserhaushaltes
  Immunaktivitäten
  Schutz vor UV-Strahlung
  Vitamin D-Sythese

Sie ist darüber hinaus Sitz von Sinneszellen zur Wahrnehmung von

  Druck
  Temperatur
  Schmerz

Die äußere Schicht der Haut unterliegt einem ständigen Erneuerungsprozess. Neu gebildete Hautzellen wachsen nach außen, altern, verhornen und werden abgestoßen. Dank dieser sogenannten Hornschicht bietet die Haut einen wirksamen Schutz gegen mechanische Einwirkungen.
Der Raum zwischen den Hornzellen ist von einem Gemisch unterschiedlicher Fette (Lipide, die bei der Alterung der Hornzellen gebildet werden) umgeben.
Eine Schicht ähnlicher Fette sowie Fett- und Aminosäuren, organischer und anorganischer Salze und vor allem auch Wasser bildet den äußeren Oberflächenfilm auf der Haut – die sogenannte Hydrolipischicht. Auch die komponenten dieser Schicht werden ständig nachgebildet.
Horn- und Hydrolipidschicht bilden nicht nur eiine wesentliche Barriere gegen chemische, mikrobiologische und mechanische Einwirkungen, sondern sind auch eine eichtige Sperre für die Wasserabgabe des Körpers.
Die Haut ist also ein äußerst lebendiges und wichtiges Organ und die Aufrechterhaltung ihrer umfassenden Funktionen macht es zwingend notwendig, ihrer Schädigung und Erkrankung vorzubeugen.

 

Hautschädgungen

Stoffe, welche die Bausteine der Hydrolipid- und Hornschicht lösen, führen zu einem verlust der natürlichen Barrierewirkung der Haut.
Diese Stoffe sind hauptsächlich wasser- und fettlösende Sebstanzen wie Tenside und organische Lösungsmittel. Wasser bewirkt zusätzlich eine Quellung der Horschicht und damit den Verlust der mechanischen Festigkeit.
Die so geschädigten Schichten führen zu einer verstärkten Abgabe von Wasser – die Haut trocknet aus, wird spröde und rissig und kann eindringenden Schadstoffen kaum Widerstand entgegensetzen.
Mechanische Schädigung der Haut, z.B. Verschleiß durch Abrieb, setzt ebenfalls die Barrierewirkung herab.

Dieser Effekt tritt auch bei häufiger Benutzung von Reinigungsmitteln auf, die scharfkantige Reibemittel enthalten. Deshalb ist die Forderung nach an den Verschmutzungsgrad angepasste, schonende Hautreinigung begründet.

Hautschutz – Warum?

Hauterkranungen stehen unverändert an der Spitze der gemeldeten Berufserkrankungen. Die Heilung von Hauterkrankungen ist oftmals langwierig. Arbeitsausfall, häufig verbunden mit Arbeitsplatzwechsel bzw. Umschulung, verursacht Kosten, die von der Solidargemeinschaft der Versicherten bzw. über die Berufsgenossenschaften von den Betrieben aufzubringen sind.

Nicht zuletzt sind das körperliche Leid der Betroffenen und, gerade bei Hauterkrankungen, auch die psychischen Belastungen zu betrachten. Gründe genug, den Hautschutz konsequent in den beruflichen Alltag zu integrieren. Eine berufsbedingte Hauterkrankung mit erforderlicher Umschulung kostet ca. 100.000 €.

hautschutzplan


Was leistet systematischer Hautschutz?
Systematischer Hautschutz, d.h. ein abgestimmtes Konzept von:

  vorbeugendem Hautschutz
  belastungsorientierter und schonender Hautreinigung
  regenerierender Pflege

ist in der Lage, die Zahl der Hauterkrankungen in den Betrieben zu senken und begründet deshalb die Bemühungen aller Beteiligten, dieses Konzept nicht nur in Großbetrieben weiter zu verbessern, sondern auch in kleineren Betriebsstaätten umfassend einzuführen.

 

Prinzipien des Hautschutzes
Hautschutzmittel bilden im Idealzustand eine Schicht, die

  sich hautphysiologisch vllig neutral verhält
  den Arbeitsprozess weder direkt noch indirekt beeinträchtigt
  den Kontakt zwischen dem einwirkenden Schadstoff und der Haut völlig verhindert

Letzteres ist dann der Fall:

  wenn sich Schadstoff und Hautschutzpräparat nich ineinander lösen
  wenn der Schadstoff nicht durch das Hautschutzpräparat permeiert
  Hautschutzmittel werden vor der Arbeit angewendet. Sie dienen dem Schutz der gesunden oder vorgeschädigten Haut und helfen, Hauterkrankungen vorzubeugen.

Texte und Informationen aus BVH Info-Reihe 9. Für die Unterstützung und Freigabe danken wir Herrn Dr. D. Mehlan.

 

Prinzipien der Hautreinigung
Hautreinigungsmitel dienen der gründlichen Entfernung von Schmutz- und Arbeitsstoffen bei gleichzeitig größtmöglicher Hautschonung. Unter größtmöglicher Hautschonung wird verstanden:
  Inhaltsstoffe mit guter Hautverträglichkeit
  Rückfettende Eigenschaften
  Hautreinigungsmittel mit abgestuftem Leistungsprofil zur Anpassung an Art und Intensität der Verschmutzung
Die unsachgemäße Hautreinigung ist einer der größten Provokationsfaktoren für Hauterkrankungen.

 

Prinzipien der Hautpflege
Das Ziel der Hautpflege ist die Wiederherstellung und der Erhalt der Barrierefunktion der Hornschicht.
Aus den Eigenschaften der natürlichen Barriereschicht lassen sich die wesentlichen, erfüllbaren Forderungen an Hautpflegepräparate ableiten
  Rückführung von Fett und Feuchtgkeit
  Erhalt der Hautelastizität
 Vermeidung der Austrocknung
 Vermeidung der Hautalterung
Hautschutzplan

Der systematisch durchgeführte Hautschutz aus den drei Komponenten

  vorbeugender Schutz
  belastungsorientierte Hautreinigung
  regenerierende Pflege

findet im Anschluss an die Gefährdungsbeurteilung seinen Ausdruck in dem betriebs- und bereichsspezifischen Hautschutzplan, der in Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen des Betriebes, dem Fachpersonal leistungsfähiger Hersteller und Arbeitsmediziniern nach betrieblicher Erprobung der Präparate und breiter Akzeptanz bei den Beschäftigten aufgestellt wird.

 

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