Stand: 12.06.2017, 22:08 Uhr
 
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Sichern und Retten

Das europäische Gerätesicherheitsgesetz (98/37/EG) (auch Maschinenrichtlinie genannt) ist seit 1993 für alle EU-Mitgliedsstaaten eine verbindliche Rechtsgrundlage. Nationale Normen müssen zumindest den technischen Anforderungen der europäischen Normen entsprechen. Die genauen „Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“ findet man in:

 BGR 198 Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
 BGR 199 Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen zum Halten und Retten

 

Die Regeln (BGR 198, bisher ZH 1/ 709) forders in Abschnitt 4 „Gefährdungsvermittlung“:

4.1    Vor der Auswahl und der Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz hat der Unternehmer eine Gefährdungsermittlung durchzuführen.

4.2    Bei der Gefährdungsermittlung sind die Gefährdungen zu ermitteln, die durch technische oder organisatorische Maßnahmen nicht verhindert oder gemindert werden können

4.3    Der Unternehmer hat die Eigenschaften festzulegen, die persönliche Schutzausrüstungen gegn Absturz aufweisen müssen, damit sie einen Schutz gegen die genannten Gefahren bieten. Dabei sind die Gefahren, die bei der Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz entstehen oder von diesen ausgehen können, zu berücksichtigen.

 

 Folgende Gefährdungen können im Falle eines Sturzes auftreten:

 Das Versagen eines Glieds der Sicherungskette kann einen Absturz zur Folge haben.

 Durch Anschlagen an Gegenständen oder baulichen Einrichtungen kann sich die Person beim Sturz verletzen.

 Die in Folge eines Sturzes auftretende Fangstoßkraft kann zu Verletzungen führen.

 Durch das freie Hängen im Gurt kann es zum orthostatischen Schock kommen. Das kann zu irreversiblen Körperschäden oder sogar zum Tod führen.

 Auch durch organisatorische Mägel kann es zu Gefährdungen kommen

 

Hinweise und Begriffserklärungen

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz
Dieses sind Auffangsysteme zur Sicherung von Personen an einem Anschlagpunkt. Diese Sollen einen Absturz verhindern oder dafür sorgenm dass die Person sicher aufgefangen wird.

Auffangsystem
Das Auffangsystem besteht aus dem Anschlagpunkt, dem Verbindungsmittel, ggf. Verbindungselementen, dem  energieabsorbierenden Bestandteil (Dämpfungsglied) und dem Auffanggurt. Alle Teile dieses Systems sind im Auffangen eines Sturzes beteiligt.
 

Auffanggurte
Dieser  Teil des Auffangsystems besteht aus Gurtbändern, die den Körper umschließen und Mindestend über eine Auffangöse am Rücken verfügen müssen. Auffanggurte können in Verbindung mit seitlichen Halteösen als Haltegurte verwendet werden. Die stürzende Person wird vom Auffanggurt bei dessen bestimmungsgemäßer Benutzung aufgefangen. Der Auffanggurt überträgt die auftretenden Kräfte auf geeignete Körperteile (Oberschenkel und Becken) und hält den Körper in aufrechter Lage. Im Absturzfall dürfen die verunfallten Personen max. 20 Minuten im gurt verbleiben. Danach sollten die in Kauerstellung gebracht werden.



Mitlaufende Auffanggeräte einschließlich beweglicher Führung

Hierbei handelt es sich um Teilsysteme von Auffangsystemen. Das Auffanggerät läuft Während der Auf- und Abwärtsbewegungen an der Führung ohne munuelle Einstellung. Im Falle eines Absturzes blockiert es automatisch an der Führung. Die bewegliche Führung (z.B. ein Seil) ist an einem oberen Anschlagpunktangebracht.

Teilsysteme
Ein Teilsystem kann nicht allein als Auffangsystem verwendet werden, es ist eine Zusammenstellung von Bestandteilen oder Einzelteilen.

Sitzgurte
Sitzgurte werden vorwiegend dann verwendet, wenn Arbeiten von unten nach oben oder von oben nach unten durchgeführt werden. Sitzgurte sollten unter Belastung höchstens 30 Minuten benutzt werden.

Abseilgurte
Vor der Benutzung eines Abseilgurtes muss geklärt sein, ob zum Anlegen des Gurtes ein Helfer zur Verfügung stehen muss oder ob der Abseilgurt selbst angelegt werden kann. Ist mit einer akuten Gefahrensituation zu rechnen (z.B. bei Bränden) sollten Abseilgurte verwendet werden, die schnell angelegt werden können. Hat man zum Anlegen genug Zeit, können zum Abseilen auch Auffanggurte mit vorderen Fangösen benutzt werden.

Haltegurte
Diese dürfen nur zum halten verwendet werden. Sie werden dann zum Einsatz gebracht, wenn sichergestellt werden kann, dass ein Absturz ausgeschlossen ist. Sie können eingesetzt werden, wenn das Verbindungsmittel um den Anschlagpunkt geführt oder geschlungen wird, so dass eine zweisträngige Belastung gegeben ist. Das freie Hängen im Gurt muss ausgeschlossen sein. 

 


Verbindungsmittel/Verbindungselemente
Verbindungsmittel sind verbindendes Einzelteil oder verbindender Bestandteil des
Auffangsystems, das die einzelnen Glieder verbindet (z.B. Seile, Drahtseile, Gurtbänder, Ketten oder Karabinerhaken). Bei den Verbindungselementen handelt es sich um ein verbindendes Bestandteil oder Einzelteil (z.B. Karabinerhaken).

Anschlageinrichtungen
Dieses sind Einrichtungen mit einem oder mehreren Anschlagpunkten zum Anschlagen (Befestigen) von Auffangsystemen.

Energieabsorbierende Bestandteile
Die Sturzenergie wird durch Dämpfungsglieder absorbiert, die Fangstoßkreft durch sie verringert (z.B. Falldämpfer, Höhensicherungsgeräte und Seilkürzer mit integriertem Falldämpfer.

Falldämpfer
Durch ihn wird die beim Sturz auftretende Fangstoßkraft, die auf den Auffanggurt und die Anschlageinrichtung einwirkt, reduziert. Man unterscheidet zwischen Band- und Reibungsfalldämpfern.

Höhensicherungsgerät
Dieses ist ebenfalls Bestandteil des Auffangsystems oder Teilsystems. Es fängt den Sturz der Person selbstständig bremsend auf und begrenzt die Fallstrecke. Die auf den Körper wirkenden Fangstoßkräfte werden gemindert. Das Gerät gestattet ein freies Bewegen innerhalb des Auszugsbereiches des Seils, bzw. Bandes.

Fangstoßkraft
Die Fangstoßkraft ist die Kraft, die beim Auffangen eines Sturzes auf den Körper und auf das Auffangsystem wirkt.

Benutzungsdauer, Ablegereife
Die Benutzungsdauer ist abhängig von der jeweiligen Beanspruchung. Die maximale blegereife ist bei Gurten 6 – 8 Jahre und bei Verbindungsmitteln 4 – 6 Jahre. Nach Ablauf dieses Zeitraumes sollten die Systeme unbedingt ausgetauscht werden.

Überwachung
Der Unternehmer kann einen Unterwiesenen oder Sachkundigen benennen. Dieser übernimmt die ordungsgenäße Überwachung. Der Unternehmer hat die Nutzer auf die Tragepflicht hinzuweisen.

Prüfungen
Der Benutzer muss vor jedem Einsatz die persönliche Schutzausrüstung auf Mängel, Vollständigkeit und Prüfdatum kontrollieren. Die Ausrüstung muss jährich von einem Sachkundigen überprüft werden. Diese Prüfung wird in einem Prübuch dokumentiert.
 

Instandhaltung
Der Unternehmer hat dafür Sorge zu tragen, dass die Wartug der persönlichen Schutzausrüstung zum Halten und Retten von einem Sachkundigen durchgeführt wird. Er hat ebenfalls dafür zu sorgen, dass beschädigte oder stark beanspruchte  Schutzausrüstung zum Halten und Retten nicht mehr benutzt wird, bis ein Sachkundiger der weiteren Benutzung zugestimmt hat. Der Unternehmer ist dafür verantwortlich, dass schadhafte Teile von persönlichen Schutzausrüstungen zum Halten und Retten durch einen Sachkundigen durch solche Ersastzteile ersetzt werden, die den Originalteilen entsprechen

Ordnungsgemäße Lagerung
Persönliche Schutzausrüstung muss so gelagert werden, dass es zu keinen Beeinträchtigungen durch schädigende Einflüsse kommt:
  in trockenen, nicht zu warmen Räumen, freihängend aufbewahrt
 nicht in der Nähe von Heizungen lagern
 nicht mit aggressiven Stoffen in Verbindung kommen lassen (z.B. Öle, Laugen, Säuren)
  vor UV-Strahlung und direkter Lichteinwirkung schützen


 

DIN EN-Normen

DIN EN 341

DIN EN 353-1

DIN EN 353-2

DIN EN 354

DIN EN 355

DIN EN 358

DIN EN 360

DIN EN 361

DIN EN 362

DIN EN 363

DIN EN 364

DIN EN365

DIN EN 564

DIN EN 565

DIN EN 795

DIN EN 892

E DIN EN 12 275

E DIN EN 12 275

DIN EN 7478

Abseilgeräte

Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gegen Absturz; Steigschutzeinrichtungen + fester Führung

PSA gegen Absturz; Mitlaufende Auffanggeräte an beweglicher Führung

PSA gegen Absturz; Verbindungsmittel

PSA gegen Absturz; Falldämpfer

PSA für Haltefunktionen und zur Verhinderung von Abstürzen; Haltesysteme

PSA gegen Absturz; Höhensicherungsgeräte

PSA gegen Absturz; Auffanggurte

PSA gegen Absturz; Verbindungselemente

PSA gegen Absturz; Auffangsysteme

PSA gegen Absturz; Prüfverfahren

PSA gegen Absturz; Allgemeine Anforderungen an Gebrauchsanleitung + Kennzeichnung

Bergsteigerausrüstung; Reepschnur; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren

Bergsteigerausrüstung; Band; Sicherheistechnische Anforderungen und Prüfverfahren

Schutz gegen Absturz; Anschlageinrichtungen; Anforderungen und Prüfverfahren

Bergsteigerausrüstung; Dynamische Bergseile; Sicherheitstechnische Anforderungen

Bergsteigerausrüstung; Karabiner; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren

Bergsteigerausrüstung; Anseilgurte; Sicherheitstechniche Anforderungen und Prüfverfahren

Sicherheitsfeschirre; Sicherheisgurte für den Bergbau

 

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