Stand: 12.06.2017, 22:08 Uhr
 
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SCHUHLEXIKON

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Passform
Die gute Passform ist eins der wichtigsten Kriterien eines Sicherheitsschuhs. Sie drückt nicht anderes aus, als das der Schuh den Gegebenheiten des menschlichen Fußes optimal
angepasst ist. Die Beurteilung der Passform unterliegt allerdings auch sehr stark den persönlichen Beurteilungskriterien des Schuhträgers. Die Passform des Schuhs wird bereits durch den eingesetzten Leisten bestimmt. Sie sorgt für einen sicheren Halt im Schuh. Eine nicht fußgerechte Passform kann zu Stolper- und Umknickunfällen bis hin zu orthopädischen Schädigungen der Füße führen.

Permanente Antistatik (PAS)
Sicherheitsschuhe nach EN 345-1 sind antistatisch. Die Antistatik herkömmlicher Sicherheitschuhe wir durch Anbringung einer Kupferlitze an die Brandsohle erreicht.
Bei Ausstattung des Sicherheitsschuhes mit einer ganzen Einlegesohle muss auch diese antistatisch sein. Werden die Einlegesohlen gewechselt, ist darauf zu achten, dass wieder entsprechende, antistatische Einlegesohlen zum Einsatz kommen.
Oftmals werden andere Einlegesohlen verwendet und die für Sicherheitsschuhe vorgeschriebene Antistatik geht verloren. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko des Schuhträgers je nach Gefährdungsbereich erheblich.
Sicherheitsschuhe des Herstellers Baltes mit PAS-System für permanente Antistatik lösen dieses Problem. Durch ein Spezialverfahren wird Antistatik nicht nur durch die Sohlenverbindung erreicht, sondern auch der umlaufende Schaft einbezogen. Egal welche Einlegesohle Sie verwenden, der Sicherheitsschuh erreicht den Antistatikwert von 106 Ohm.

PFI
Abkürzung für Prüf- und Forschungsinstitut für die Schuhherstellung. Beim PFI in Pirmasens werden Sicherheitsschuhe nach den Bestimmungen der Europäischen Norm geprüft.  

Pflanzliche Gerbung
Auch Vegetabilgerbung genannt. Bei der pflanzlichen Gerbung handelt es sich um ein bestimmtes Gerbverfahren, bei dem die Umwandlung der tierischen Haut mittels pflanzlicher Gerbmittel vollzogen wird (siehe Gerbverfahren).

Ph-wert
Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren oder alkalischen Reaktion, d.h. der pH-Wert gibt an, ob eine Lösung sauer, alkalisch oder neutral ist. Ein neutraler pH-Wert ist für die Hautverträglichkeit von großer Bedeutung. Ein pH-Wert kleiner als 7 liegt im sauren Bereich, ein pH-Wert von ca. 7 wird als pH-Neutral bezeichnet und oberhalb von 7 spricht man vom alkalischen Bereich. Nach den Bestimmungen der EN 344 müssen im Sicherheitsschuh eingesetzte Lederteile einen pH-Wert von mindestens 3,5 aufweisen. Um saure Reaktionen im Schuhinneren zu vermeiden, setzt man beispielsweise TEXON-Brandsohlen, die einen weitgehend neutralen pH-Wert von 7 – 8 haben, ein. So wird das häufig festgestellte Fußbrennen erheblich reduziert.

Polsterung
Unter den Komfortaspekten spielt der Bereich der Polsterungen bei Sicherheitsschuhen eine ganz zentrale Rolle. Polstermaterialien werden z.B. eingesetzt als:

  • Mittelfußpolster zur Vermeidung von Druckstellen im Bereich der Stahlkappenübergänge
  • Schaftrandpolster
  • ausgeprägte Knöchelpolster zum Schutz gegen mechanische Einwirkungen
  • Laschenpolster zur Verhinderung von Druckstellen im Ristbereich
  • Gelenkpolster zur Unterstützung des Innenfußbereiches
  • Fersenpolster im Schuhinnenbereich

Pressnarben
Mit Hilfe von geprägten Metallplatten (sog. Narbenplatten) kann beispielsweise ein Spaltleder mit einer künstlichen Narbenstruktur versehen werden. Der auf diese Weise künstlich aufgebrachte Narben wird Pressnarben genannt. Durch Pressnarben kann Spaltleder heute so zugerichtet werden, dass der Unterschied zu einem Vollleder nur sehr schwer zu erkennen ist.

Profilgerbung der Laufsohle
Sicherheitsschuhe sind mit einer ausgereiften Profilierung, die eine optimale Rutschhemmung gewährleistet, ausgestattet. Auch im Gelenkbereich der Laufsohle wird das Profil durch die Ergänzung von Querstegen im Hinblick auf die Rutschfestigkeit verbessert. Die Formen der meisten Schuhe sind darüber hinaus mit abgeschrägten Profilkanten versehen. Sie bewirken eine Selbstreinigung der Profilzwischenräume.

PUR
Abkürzung für Polyurethan. PUR ist ein spezieller Werkstoff für das Anschäumen von Zwischen- und Laufsohlen an den Schaftaufbau von Schuhe. Eine Weiterentwicklung des Polyurethans ist TPU (thermoplastisches Polyurethan).

PUR-Rundläufer
Maschine zum Anspritzen von PUR-Sohlen (siehe anschäumen).

Pulloverleisten
Leisten für die Herstellung von Modellen und Prototypen. Der Name Pulloverleisten ist darauf zurückzuführen, dass ein Probeschaft über den Pulloverleisten gestülpt wird.

 

 

 


 

 

 


Qualitätszonendes Leders
Siehe Hautaufteilung

Quartier
Bezeichnung für den hinteren Teil des Schuhschaftes (siehe Bestandteile eines Sicherheitsschuhs).

 

 


Rauleder
Im Gegensatz zu Glattledern wird die Oberfläche von Rauledern stark geschliffen. Man unterscheidet narbenseitig geschliffene Rauleder (Nubukleder) und fleischseitig geschliffene Leder (Velours). Das Nubukleder hat einen feinen, samtartigen Charakter, da die feinstrukturierte Narbenschicht geschliffen wird. Das Velourleder ist grobfaseriger, da hier die gröbere Faserschicht zur Fleischseite hin geschliffen worden ist.

Rindbox
Für die Herstellung von Rindboxledern werden Rindshäute ab einer bestimmten Größe eingesetzt. Durch eine spezielle Gerbung wird das Rindboxleder besonders voll und kräftig. Rindboxleder kann als glattes oder genarbtes Leder auftreten, mit einer gedeckten und glänzenden Oberfläche.

Rindleder
Oberbegriff für aus Rinderhäuten hergestellte Leder. Die Hautdicke des Rindes kann zwischen 2 und 6 mm liegen. Rindleder haben ein ungleichmäßig verteiltes Narbenbild. Lederteile in Sicherheitsschuhen bestehen zu einem überwiegenden Teil aus Rindleder, und zwar aus Vollrindleder.

Rohhaut
Als Rohhaut wird die noch nicht gegerbte Haut bezeichnet. Sie kann in frischem oder konserviertem Zustand vorliegen.

Rückenkern
Siehe Hautaufteilung

Rutschhemmung
Die Rutschhemmung für Sicherheitsschuhe ist im Rahmen der DIN 4843 Teil 100 geregelt. Ihr kommt im Rahmen der Arbeitssicherheit eine große Bedeutung zu, da fast 20 % der gemeldeten Arbeitsunfälle im Bereich der Rutsch-, Stolper- und Sturzunfälle anzusiedeln sind. Die rutschhemmenden Eigenschaften werden in einem besonderen Prüfverfahren festgestellt. Die Testperson trägt die zu testenden Schuhe und bewegt sich auf einer so genannten geneigten Geh-Ebene mit einem festgelegten Bodenbelag aus Stahl, der mit Öl eingestrichen wird. Der Neigungswinkel der Geh-Ebene wird stufenweise vergrößert, bis die Prüfperson das Gehen als unsicher empfindet. Der Neigungswinkel der Geh-Ebene wird als Akzeptanzwinkel bezeichnet und gilt als Maß für die Beurteilung der Rutschhemmung. Er muss mindestens 4° betragen. Man optimiert die rutschhemmenden Eigenschaften der Laufsohlen durch eine ausgereifte Profilgebung.

 

Sandale
Auch verschiedene Sandalen werden im Rahmen eines Sicherheitsschuhprogramms mit Schnallen- oder Klettverschluss zur Komplettierung angeboten. Bedingt durch Perforationen im Quartier zeichnen sich Sandalen besonders durch die gute Luftzirkulation aus. Sie eignen sich deshalb hervorragend für den Einsatz in Innenräumen bzw. bei warmen Sommertemperaturen.

Sanitized
Einlegesohlen sind "sanitized" d.h. antibakteriell ausgestattet. Sie unterstützen so die Fußhygiene des Schuhträgers (siehe Einlegesohle).

Sämischleder
Ein durch die so genannte Sämischgerbung (siehe Gerbverfahren) gewonnenes Leder. Als Gerbmittel werden im wesentlichen Trane eingesetzt. Sämischleder werden u.a. als Fensterleder verwendet.

Schadstoffgeprüft-Zeichen (SG-Zeichen)
Die zur Herstellung von Sicherheitsschuhen verwendeten Leder erfordern den Einsatz von Chemikalien bei Verarbeitungsprozessen wie Färbung, Gerben, Lager- und Transportkonservierung.
Deshalb ist es wichtig, auf sorgfältige Herstellung und auf den Einsatz schadstofffreier bzw. schadstoffarmer Materialien zu achten. Einige Modelle aus unserem Lieferprogramm haben vom “TÜV Rheinland Berlin Brandenburg” das “Schadstoff-geprüft-Zeichen” (SG-Zeichen) erhalten. Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Schadstoffprüfung, welche die Normanforderungen bei weitem übertrifft. In dieser Prüfung wird bestätigt, dass die geprüften Sicherheitsschuhe nach heutiger Kenntnis keine für den Träger bedenklichen Substanzen enthalten. Jedes einzelne Element des Sicherheitsschuhs - von der Öse über das Futter bis hin zur Sohle – wurde gemäss strenger Anforderungen an Grenzwerte und Schadstoffparameter im Detail untersucht. Das SG-Zeichen gibt zusätzliche Sicherheit. Der Hersteller dieser Modelle ist heute (06/2003) der erste und einzige Produzent in Deutschland dessen Produkte dieses Prüfzeichen besitzen.

Schaft
Das Schuhoberteil oberhalb der Sohle (siehe Bestandteile eines Sicherheitsschuhs). Der Schuhschaft wird aus einzelnen Schaftteilen genäht. Die wichtigsten Schaftteile sind Blatt- und Quartierleder als Ober- und Futterleder, Laschenteile, Biesen, Polsterungen, Vorderkappe und Hinterkappe. Die einzelnen Lederteile des Schuhschaftes werden in der Stepperei zusammengefügt. Die EN 344 unterscheidet je nach Schafthöhe unterschiedliche Schuhformen:

  • Halbschuh (A)
  • Stiefel niedrig (B)
  • Stiefel halbhoch ©
  • Stiefel hoch (D)
  • Stiefel oberschenkelhoch (E)

Das Ausgangsmaterial für den Schaft ist nach der EN 344 nicht mehr vorgeschrieben, d.h. es können auch andere Werkstoffe außer Leder verarbeitet werden (z.B. LORICA). Das Schuhoberteil muss Grundanforderungen im Hinblick auf Reißkraft, Festigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, Wasserdampfzahl und pH-Wert bei Leder erfüllen.

Schaftstiefel
Sicherheitsschuhe mit besonders hohem Schaft (Schafthöhe über 20 cm). Typische Schaftstiefel sind Artikel aus dem Bereich Winter/Kälte. Schaftstiefel schützen zusätzlich den Wadenbereich des Schuhträgers.

Schärfen
Die Kanten der einzelnen Schaftteile werden geschärft, d.h. mittels einer Schärfmaschine werden die Kanten abgeschrägt und dabei ca. 50% der Dicke des Leders abgetragen. Das Schärfen ist notwendig, damit beim Aufeinandernähen der Schaftteile keine dicken Wülste entstehen.

Schnittfestigkeit
Die Schnittfestigkeit definiert die Widerstandsfähigkeit der Laufsohle gegen scharfe Gegenstände und Partikel (z.B. Späne und Glas). TPU-Laufsohlen, Nitrilkautschuk- Laufsohlen sowie die anvulkanisierte Nitril-Sohlen sind in hohem Maße schnittfest. Sie eignen sich daher auch für den Einsatz in spänenden Bereichen und in der Glasindustrie.

Schuhmasse
Unterschieden werden Längen- und Weitenmaße (siehe Mondopoint, engl. Schuhmaß, franz. Stich).

Schutzschuhe
Die bisherigen Schutzschuhe der DIN 4843 sind nach Einführung der EN die Sicherheitsschuhe nach EN 345. Der Begriff "Schutzschuhe" war von Beginn der 80iger Jahre im Zusammenhang mit der Einführung der DIN 4843 gültig. Aber auch in der neuen EN 346 ist der Begriff Schutzschuhe existent, und zwar für Schuhe für den gewerblichen Bereich, die eine Schutzzehenkappe haben müssen, die mit einer Testenergie von 100 Joule getestet wird. Dies bedeutet, dass die Schutzschuhe der EN 346 qualitativ unter den Sicherheitsschuhen mit einer 200 Joule Zehenkappe anzusiedeln sind.
Schutzschuhe der heutigen Definition sind genormt nach der EN 346 und werden in den einzelnen Sicherheitskategorien gekennzeichnet mit PB, P1, P2, P3 ‚ (PB = protective basic).

Schweinsleder
Leder vom Schwein. Schweinsleder ist etwas porös, aber zäh. Es ist gekennzeichnet durch eine gute Atmungsaktivität, da die Borsten die gesamte Haut durchdringen. Anderseits hat dieser Tatbestand aber auch zur Folge, dass Schweinsleder wasserdurchlässig ist. Charakteristisch beim Schweinsleder ist die Anordnung der Haarborsten in Dreiergruppen. Das Schweinsleder besitzt keine Unterteilung in Narben- und Faserschicht.

Sicherheitsschuhe
Für den gewerblichen Bereich. Sicherheitsschuhe sind genormt nach der EN 345. Sie müssen über Sicherheits-Zehenkappen verfügen, die bei der Prüfung einer Testenergie von 200 Joule standhalten müssen. Die Sicherheitskategorien werden gekennzeichnet mit SB, S1, S2, S3 (SB = safety basic). Darüber hinaus entsprechen die Sicherheitsschuhe der EN 345 in weiten Teilen den ehemaligen Schutzschuhen der DIN 4843.

Sicherheitszehenkappen
Sicherheits-Zehenkappen sind die Stahlkappen für Sicherheitsschuhe nach der EN 345. Sie müssen einer Testenergie von 200 Joule standhalten. Verschiedene Hersteller bieten heute Modelle mit Zehenkappen aus Kunststoff an. Diese sind auch mit einer Testenergie von 200 Joule geprüft (siehe Sicherheitsschuhe).

Sohlenarten
Die Sohlen des Sicherheitschuhs gehören zu den Bodenteilen. Folgende Sohlentypen werden bei der Herstellung von Sicherheitsschuhen eingesetzt:

  • Brandsohlen
  • Einlegesohlen
  • Decksohlen
  • Stahlzwischensohlen
  • Zwischensohlen
  • Laufsohlen

Brandsohlen, Einlegesohlen, Decksohlen und Stahlzwischensohlen werden unter den entsprechend Buchstaben erläutert:

  • MONO-PUR-Sohlen
  • DUO-PR/PUR-Sohlen
  • DUO-PUR/NITRIL-Sohlen
  • VULKA-Sohlen

MONO-PUR-Sohlen sind einschichtige Sohlen aus mikrozelligem PUR. Sie sind FCKW- und Silikonfrei, öl- und benzinstabil, antistatisch und zeichnen sich durch eine gute Kälte- und Wärmeisolierung aus. Die MONO-PUR-Sohle ist darüber hinaus trittelastisch und flexibel und kann im Temperaturbereich von -18° C bis kurzfristig +140° C eingesetzt werden. PUR-Sohlen sind mikrobenbeständig und kreiden nicht.

DUO-PUR/PUR-Sohlen bestehen aus einer tritteleastischen PUR-Zwischensohle mit hoher Schockabsorption und einer höher verdichteten PUR-Laufsohle. Die Laufsohle ist öl- und benzinstabil, FCKW- und Silikonfrei, mikrobenbeständig und abriebfest. Sie kann in Temperaturbereichen von -18° C bis +160° C eingesetzt werden. Sie kreidet nicht und ist resistent gegen zahlreiche Chemikalien.

DUO-PUR/Nitril-Sohlen bestehen aus einer trittelastischen PUR-Zwischensohle mit hoher Schockabsorption und einer Laufsohle aus Nitrilkautschuk. Die Nitrilkautschuk-Sohle zeichnet sich insbesondere durch ihre Schnittfestigkeit und Rutschhemmung aus. Sie ist resistent gegen zahlreiche Säuren und Laugen und hitzebeständig bis kurzfirstig 200° C. Natürlich ist auch dieser Sohlentyp antistatisch ausgestattet. Die Nitril-Laufsohle kreidet. Aufgrund der Schnittfestigkeit können diese Sohlen auch in spänenden Bereichen eingesetzt werden.

VULKA-Sohlen bestehen aus anvulkanisiertem Nitrilkautschuk. Sie sind besonders schnittfest und temperaturbeständig bis 200° C und werden daher in Bereichen eingesetzt, in denen hohe Temperaturen auftreten (z.B. Hüttenwerke, Gießereien, Werften etc.).

Sohlenprofil
Siehe Profilgerbung

Spalten
Rindshäute werden aufgrund ihres Dicke und zur Einglättung von Hautunebenheiten in der Gerberei über die gesamte Fläche geteilt, d.h. gespalten. Hierzu werden spezielle Spaltmaschinen eingesetzt, die die Häute horizontal teilen. Das spalten kann an der noch nicht gegerbten Rohhaut, an der gegerbten Blösse oder an der trockenen Ware vorgenommen werden. Durch das Spalten entstehen unterschiedliche Teile: die obere Seite mit der Narbenschicht (Narbenspalt oder Voll-Leder) und die untere Seite (Fleischspalt). Je nach Dicke des Leders kann man den unteren Spaltteil nochmals teilen und erhält dann zusätzlich zum Fleischspalt noch einen Mittelspalt.

 

spalten

Spaltleder
Als Spaltleder bezeichnet man die beim Spalten der Haut anfallenden Schichten. Es ist zu unterscheiden zwischen:

  • Narbenspalt (obere Hautschicht, die den Narben trägt – auch als Voll-Leder bezeichnet)
  • Fleischspalt (untere Hautschicht ohne Narben)
  • Mittelspalt (mittlere Hautschicht, die anfällt, wenn der untere Spaltteil ohne Narbenschicht nochmals geteilt wird)

Als klassisches Spaltleder werden handelsüblich die mittlere und untere Spaltschicht des Leders bezeichnet, also die Hautschichten ohne natürliche Narben. Dieses Spaltleder ist in seiner ursprünglichen Form von beiden Seiten rau.

Es kann durch Pressnarben so zugerichtet werden, dass es nur schwer von einem Narben- bzw. Voll-Leder zu unterscheiden ist. Die künstlich aufgepressten Narben weisen jedoch häufig eine plastikartige Glätte auf und sind nicht so formstabil wie Voll-Leder. Spaltleder wird in der Schuhproduktion für die Fertigung von preisgünstigen Schuhen eingesetzt.

Stahlkappe
Siehe Sicherheits-Zehenkappe

Stahlzwischensohle
Rostfreie Zwischensohle, die unterhalb der Brandsohle angeklebt wird, um die Sicherheitsschuhe durchtrittsicher auszustatten. Für das Integrieren des ErgoPlus-Energie- aufnahmeelementes wird eine speziell abgewinkelte Stahlzwischensohle eingesetzt. Sicherheitsschuhe mit Stahlzwischensohle erfüllen die Anforderungen nach S3 der EN 345 (siehe Durchtrittsicherheit).

Stanzen
Die einzelnen Schaftteile für die Schuhherstellung werden aus der gegerbten tierischen Haut ausgeschnitten oder ausgestanzt. Dieser Vorgang geschieht mit Hilfe von so genannten Stanzmessern, die exakt nach der Form der einzelnen Schaftteile hergestellt sind. Beim Ausstanzen der Lederteile sind neben einer möglichst guten Auswertung einige qualitätsrelevante Merkmale zu beachten:

Je nach Beanspruchung der einzelnen Schaftteile, müssen die einzelnen Qualitätszonen der Haut berücksichtigt werden (siehe Hautaufteilung).

Die Schaftteile sollen möglichst paarweise zusammengestellt und ausgeschnitten werden, damit sichergestellt ist, dass sie die gleichen Ledereigenschaften besitzen (Paarigkeitsregel).

Beim Ausstanzen der Teile muss beachtet werden, dass sich das Leder nicht in der Länge dehnen darf. Der Schaft würde ansonsten keine gute und dauerhafte Passform erreichen.

Stanzmesser
Werkzeug zum Ausstanzen der einzelnen Lederteile aus der Haut.

Staublasche
Seitlich geschlossene Lasche, befestigt im Verschlussbereich des Schaftes. Die Staublaschen verhindert das Eindringen von Stäuben und Fremdkörpern in das Schuhinnere. Zahlreiche Stiefel aus dem Programm sind mit einer Staublasche ausgestattet.

Stepperei
Teil der Fertigung, in dem die einzelnen Leder-Schaftteile zusammengenäht werden. Das Steppen der Schäfte erfordert eine hohe Qualifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Strobeln
Machart, bei der das Futterleder und das Oberleder der Seiten- und Fersenteile bündig mit der Brandsohle vernäht werden. Nur das Oberleder unterhalb des Stahlkappenbereiches wird unter der Brandsohle gezwickt. Schuhe in gestrobelter Machart zeichnen sich durch ein geringes Gewicht und eine hohe Flexibilität aus.

Stückliste
Die Stückliste beinhaltet alle für die Herstellung eines bestimmten Schuhs notwendigen Zubehör- und Verbrauchsteile. Angegeben werden gleichermaßen die benötigten Mengen der Schuhkomponenten. Deshalb ist die Stückliste die Basis für die Kalkulation der Schuhe.

Sympatex® HIGH2OUT
Bei intensiver körperlicher Anstrengung bildet der Körper oft mehr Schweiß, als sofort durch Leder-Schuhe abtransportiert werden kann. Die überschüssige Flüssigkeit sammelt sich den Socken und kann von dort erst langsam durch Futter, Membran und Obermaterial hindurch verdunsten. Der Träger hat über einen längeren Zeitraum hinweg ein unangenehmes Feuchtigkeitsgefühl. Dieses entsteht zum einen durch dampfförmigen, aber auch durch flüssigen Schweiß, der aus den Socken und dem Futter an den Körper zurückschlägt. Das Futter kann keine oder kaum Feuchtigkeit aufnehmen, da dieses bei herkömmlichen Schuhen allenfalls neutral ausgerüstet ist. Das Futter in Bekleidung und Schuhen fühlt sich so für den Träger bei starker Schweißbildung unangenehm nass an.
Vor diesem Hintergrund wurde mit Sympatex® HIGH2OUT ein besonders effektiv arbeitendes Membransystem entwickelt, das aus der Sympatex Membran und einer stark wassersaugenden Lage besteht. Sympatex® HIGH2OUT kann so neben dampfförmigen und auch flüssigen Schweiß transportieren. Damit wird die Kondenswasserbildung an der Innenseite und das unangenehme Feuchtigkeitsgefühl verhindert. Dies bedeutet für jeden Sicherheitsschuhträger bei gesteigerter körperlicher Leistung einen erheblich besseren Tragekomfort. Bei geringerer körperlicher Aktivität erfüllen die traditionellen Sicherheitsschuhe mit Sympatex® die volle Funktion. Sympatex® HIGH2OUT gibt es auch in 100 % wasserdichter Bekleidung für Freizeitschuhe, genauso wie in speziellen Winterschutzprodukten.
Bei dem Membransystem Sympatex® HIGH2OUT perlen die Schweißtropfen nicht wie bisher vom Futter ab, sondern werden aufgesogen und verteilen sich großflächig im Futter. Die gleiche Feuchtigkeitsmenge kann von einer großen Fläche schneller nach außen verdunsten, als von einer kleinen. So wird durch die großflächige Verteilung ein besonders schneller und effektiver Abtransport des Schweißes durch die Sympatex® Membran gewährleistet.

 

 


Täckse
Täckse sind kleine Metallstifte zum Anheften des Schaftes unter die Brandsohle. Der Vorgang wird als täcksen bezeichnet.

Texon-Brandsohle
Texon ist ein Synthetikfaservlies mit spezifischen Vorteilen für den Einsatz als Brandsohlenmaterial. Texonbrandsohlen sorgen für ein angenehmes Fußklima und ein hohes Maß an Tragekomfort. Sie minimieren so die Gefahr des Auftretens von Fußbrennen. Vorteile der Texon-Brandsohle:

  • Antistatisch, auch im 100 % trockenen Zustand, und zwar ohne den Einsatz von zusätzlichen Hilfsmitteln, die Brückenfunktion zur Laufsohle haben
  • ca. 50% leichter als vergleichbare Sohlen aus Naturmaterialien
  • flexibel, zäh und formstabil
  • gut Luftdurchlässigkeit
  • ausgezeichneter Abriebwiderstand
  • hohe Feuchtigkeitsaufnahme
  • schnelles Abtrocknen (trocknen quasi über Nacht)
  • kein Verfärben und Verhärten bei Feuchtigkeitsbelastung
  • pH-neutral (pH-Wert von ca. 7 – 8)
  • kein Nährboden für Bakterien

TPU(thermoplastisches Polyurethan)
TPU ist eine besondere Form des Polyurethans (PUR). Es ist besonders robust, abriebfest und elastisch und besteht nicht wie herkömmliches Polyurethan aus zwei Komponenten, die miteinander zu einem Schaum reagieren, sondern aus einem Granulat, das thermisch verformt wird. TPU ist daher deutlich leistungsfähiger. Der Werkstoff ist in allen Eigenschaften, die einen Sicherheitsschuh auszeichnen - Abrieb, Rutschhemmung, Dauerbiegeverhalt - entscheidend besser als das herkömmliche Polyurethan.

Triangeln
Bestandteil des Verschlusssystems von Sicherheitsschuhen. Triangeln sind dreieckig geformte Teile aus korrosionsbeständigem Stahl zur Führung der Schnürsenkel. Der Name ist entstanden, da diese Metallteile in ihrer Form dem Musikinstrument "Triangel" ähnlich sind.

Trennmittel
Das Trennmittel wird benötigt, damit sich die gespritzte Sohle rückstandsfrei und unbeschädigt aus der Sohlenform löst. Es gibt silikonfreie Tennmittel, die durch Sprühroboter optimal und sparsam in die Sohlenformen eingebracht werden.

 

 


Ueberkappe
Gleichzeitig mit der Laufsohle aufgeschäumtes sicherheitstechnisches Zubehör. Die Überkappe ist auf dem Oberleder oberhalb der Zehenkappe angebracht. Die Überkappe schützt das Oberleder in diesem kritischen Bereich gegen vorzeitigen Verschleiß. Insbesondere Bauschuhe sind mit einer Überkappe ausgestattet, da hier die Gefahr besteht, dass das Oberleder im vorderen Blattbereich schnell beschädigt wird. Die Farbe der Überkappe entspricht der Sohlenfarbe.

Untertritt
Zugabe an den Schaftteilen zum Verbinden der einzelnen Teile miteinander. Der Untertritt ist zwischen 6 und 10 mm breit. Ein Untertritt ist notwendig, wenn Schaftteile übereinander gesteppt werden.

 

 


Vegetabilleder
Pflanzlich gegerbtes Leder wird als Vegetabilleder bezeichnet. Rein pflanzlich gegerbte Leder sind relativ selten, da dieses Gerbverfahren sehr zeitintensiv ist. Meist trifft man auf chromgegerbtes Leder, das vegetabil nachgegerbt worden ist. Vegetabilleder zeichnen sich durch eine gute Feuchtigkeitsaufnahme aus.

Velourleder
Das Velourleder gehört zur Gruppe der Rauleder. Im Gegensatz zu Nubukleder wird Velourleder auf der Fleischseite geschliffen. Es hat daher eine gröbere Faserstruktur als Nubukleder. Da zur Herstellung von Velourleder der Fleischspalt eingesetzt wird, spricht man häufig auch von Velourspalt.

Voll-Leder
Teil des Leders, der die Narbenschicht trägt. Voll-Leder wird auch als Narbenleder bezeichnet. Es besitzt hervorragende Trageeigenschaften und ist sehr formstabil und reißfest. Der Einsatz von Voll-Leder erhöht den Tragekomfort für den Schuhträger und verlängert die Standzeit der Schuhe.

Vollnarbiges Leder
Leder, die nach der Zurichtung noch über die gesamte Narbenschicht verfügen, d.h. der Narben wird nicht korrigiert. Vollnarbige Leder haben ein natürliches Aussehen, einen vollen kräftigen Griff und gute Trageeigenschaften. Als vollnarbige Leder können nur fehlerfreie Häute eingesetzt werden.

Vorzeichnen
Beim Vorzeichnen werden Markierungslinien für das Anbringen von Nähten oder Teilen auf die Schaftteile aufgebracht.

Vulka-Sohle
Siehe Sohlenarten

 

 


Wasserlasche
Siehe Staublasche

Wasserwerkstatt
Teil der Gerberei. Hier werden überwiegend Arbeitsprozesse ausgeführt, für die viel Wasser benötigt wird (siehe Gerberei).

Wasseraufnahme/Wasserdurchtritt
Nach den Vorschriften der EN 345 darf bei Schuhoberteilen nach den Sicherheitskategorien S2 und S3 die Wasseraufnahme 60 Min. nach Prüfbeginn nicht größer als 30% sein. In dieser Zeit darf kein Wasser durch das Schuhoberteil durchtreten. Nach weiteren 30 Min. darf der Wasserdurchtritt durch das Schuhoberteil max. 2 g betragen. Um diese Werte zu erreichen, sind die Schuhe nach S2 und S3 mit hydrophobiertem Rindleder ausgestattet. Die so ausgerüsteten Schuhe können deshalb auch in Bereichen eingesetzt werden, in denen das Auftreten von Feuchtigkeit zu erwarten ist.

Wasserdampfdurchlässigkeit/Wasserdampfzahl
Die Wasserdampfdurchlässigkeit des Leders ist notwendig, damit der Fuß im Schuh nicht zu sehr schwitzt. Beide Anforderungen gehören zu den Grundanforderungen der EN 344 an das Schuhoberteil. Die Wasserdampfdurchlässigkeit darf nicht geringer als 0,8 mg/cm2 x h) sein. Die Wasserdampfzahl darf nicht unter 20 mg/cm2 liegen.

Waterproof
Bezeichnung für stark wasserabweisende Leder. Es handelt sich meist um chromgegerbte oder kombiniert gegerbte Leder, die durch Imprägnierung eine hohe Wasserdichtigkeit erhalten.

Weiche
Arbeitsgang in der Wasserwerkstatt einer Gerberei (siehe Gerberei).

Wet blue
Als "wet blue" bezeichnet man chromgegerbtes Leder im nassen Zustand, das nicht weiter zugerichtet wird. Es besitzt deshalb die typische bläulichgrüne Färbung eines chromgegerbten Leders.

Werkstoffe
Verwendbare Werkstoffe nach EN 344 sind nach Klassifizierung I, Schuhe aus Leder oder anderen Materialien. Nach Klassifizierung II sind auch vollständig geformte oder vulkanisierte Kunststoffe als Werkstoffe zulässig.

Weite(MONDOPOINT)
Neben der Fußlänge ist die Weite ein wichtiges Maß, um die optimale Passform der Schuhe für den Schuhträger zu erreichen. Das Mondopoint-System ermöglicht die Kombination der richtigen Fußlänge mit 4 verschiedenen Weiten. Bei allen anderen Schuhmaßsystemen wird der Fußlänge automatisch eine entsprechende Weite zugeordnet. Die Weite beschreibt den Fußumfang über den Ballenbereich .

Wildleder
Als Wildleder bezeichnet man nur Rauleder aus Wildfellen (z.B. Reh, Hirsch etc.). Irrtümlicherweise werden andere Rauleder wie Velour- oder Nubukleder häufig als Wildleder bezeichnet.

Winterstiefel
Schaftstiefel, die zusätzlich mit einer Kälteisolierung (z.B. wärmende Einlegesohle) ausgestattet sind. Winterstiefel sind mit unterschiedlichen Sohlentypen erhältlich: MONO-PUR, DUO PUR/PUR und DUO-PUR/NITRIL.

 

 


Zehenfreiheit
Die Zehenfreiheit beschreibt den Spielraum, den der Schuhträger im Schuhinneren unterhalb der Zehenkappe hat. Die Zehenfreiheit ist aus Komfort- und sicherheits- technischen Gründen wichtig.

Zehenkappe
Siehe Sicherheits-Zehenkappe

Zurichtung
Teil der Lederherstellung. Man unterscheidet Nass- und Trockenzurichtung. Nach dem Gerben durchläuft das Leder noch verschiedene Arbeitsgänge, in denen die Optik und die Ledereigenschaften beeinflusst werden. Das Oberflächenschleifen und Farbspritzen sind z.B. Bestandteil der Zurichtung.

Zwickeneinschlag
Zugabe am unteren Schaftrand. Der Zwickeneinschlag wird unter die Brandsohle gezwickt. Je nach Machart ist der Zwickeinschlag am kompletten Schaftrand vorhanden (AGO-Verfahren) oder nur im Bereich des Blattes unterhalb der Zehenkappe (siehe Strobeln).

Zwicken
Als Zwicken wird das Befestigen des Schaftes mit der Brandsohle bezeichnet. Je nach Machart gibt es unterschiedliche Zwickmethoden (siehe Kleben, Täcksen und Nähen).

Zwischensohle
Sohle zwischen der Brandsohle und der Laufsohle. Schuhe mit einer DUO Sohle verfügen über eine Zwischensohle aus angeschäumtem PUR. Die Zwischensohle zeichnet sich durch ihre hohe Schockabsorption aus und sorgt so für zusätzlichen Tragekomfort.

 

 

 

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