Stand: 12.06.2017, 22:08 Uhr
 
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Schutzhandschuhe

INHALT:
schutzhand

 

Nach § 4 (2 ) VBG 1 werden Schutzhandschuhe für den Körperschutz erforderlich, wenn bei Arbeiten Verletzungen im Handbereich entstehen können.
Als Werkstoffe für Schutzhandschuhe kommen in Frage:
Leder
Gegen mechanische Beanspruchung ist Leder sehr widerstandsfähig. Begrenzt können auch heiße Gegenstände mit Leder angefaßt werden. Beschichtetes Leder kann Wärme reflektieren. Schrumpfarme Spezialleder vertragen langzeitige, hohe Wärmeeinwirkung. Gerbstoffe im Leder können aber auch zu Allergien führen. Leder ist infolge seiner Poren atmungsaktiv.
Textilien
Gewebe aus Textilien werden bei trockenen Arbeiten mit nur geringen mechanischen und thermischen Beanspruchungen verwendet. Sie sind atmungsaktiv und werden deshalb häufig auf dem Handrücken auch bei Handschuhen aus anderen Stoffen benutzt. Textilien sind auch sehr flexibel und erhalten das Tastgefühl. Sie eignen sich daher für Feinarbeiten.
Durch den speziellen Gewebeaufbau von Schlingenware wird auch bei Baumwolle Wärmeisolierung und hoher Widerstand gegen Schnittbeanspruchungen erreicht.

Gummi
Naturkautschuk oder Latex sind flüssigkeits- und luftundurchlässig. Sie können deshalb bei Nässe, Laugen und verschiedenen Säuren verwendet werden. Öle, Fette und Lösungsmittel greifen den Gummi teilweise an. Reiß- und Schnittfestigkeit von Gummi muß mit Hilfe von Gewebeeinlagen erhöht werden.
Gummihandschuhe mit geringer Materialstärke erhalten das Tastgefühl für feine Arbeiten. Elektriker-Handschuhe nach VDE 0680 bestehen aus isolierendem Gummi und sind gekennzeichnet.
 

 

 

Kunststoff
Zum Schutz gegen Chemikalien, aber auch gegen mechanische Einwirkungen werden für Schutzhandschuhe verschiedene Kunststoffe verwendet. Maßgebend für die Auswahl sind die einwirkenden Gefahrstoffe. Durchlässigkeitsprüfungen ergeben die Kriterien für die Verwendungsbereiche. Hohe Flexibilität, Abrieb- und Schnittfestigkeit einiger Kunststoffe ergeben weitere Einsatzbereiche.
Vielseitig verwendbar sind Schutzhandschuhe aus Nitril- Kautschuk und Neopren.
Für bestimmte Stoffgruppen sind Schutzhandschuhe aus Polyvinylakohol - PVA - erforderlich, die aber nicht wasserbeständig sind. PVC ist dagegen bei vielen Chemikalien nicht beständig oder durchlässig.
Schutzhandschuhe aus PVC sind aber gegen schwächere Einwirkungen und im Hygienebereich weit verbreitet, insbesondere als Einweghandschuhe. Begrenzten Schutz bieten auch Einweghandschuhe im Hygienebereich aus Kunststoff- Vliesen (Olefin- oder Polypropylen-Spinn-Vliesen).

Metallgeflecht
Gegen Stich- und Schnittverletzungen sichern in der Fleischwirtschaft Schutzhandschuhe aus Metallringgeflecht (rostfreier Stahl, vernickeltes Messing).

Die neue Norm EN 420 regelt die allgemeinen Anforderungen an einen Schutzhandschuh. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an unsere Fachberater.

 

 

 

 

EUROPÄISCHE NORMEN FÜR SCHUTZHANDSCHUHE

euronorm

Um den Anforderungen an Schutzhandschuhe im gewerblichen Bereich gerecht zu werden,
wurde eine Einteilung in folgende Kategorien vorgenommen.

Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen
PSA 89/686/EWG
Risiko-Kategorien

Kategorie 1
Geringes Risiko
Kategorie 2
Mittleres Risiko
Kategorie 3
Tödliche, irreversible Risiken
Die EG-Richtlinie 686 verpflichtet den Verantwortlichen (Hersteller), die Übereinstimmung mit der Anforderung der Richtlinie zu erklären
Nach erfolgter sogenannter EG- Baumusterprüfung erklärt der Hersteller die Konformität mit der Richtlinie und beschreibt das Leistungsprofil auf Basis der Untersuchung beim notifizierten Prüfinstitut.
Tödliche, irreversible Risiken
Wie Kat. 2 jedoch zusätzlich mit Nachweis - und Überprüfung - der Qualitätssicherheit

Für die unterschiedlichen Anforderungen wurden Normen für Schutzhandschuhe erstellt.

Normen für Schutzhandschuhe
EN 374
Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen
EN 381.4
Schutzhandschuhe für die Benutzer handgeführter Kettensägen
EN 388
Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
EN 407
Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken
EN 420
Allgemeine Anforderungen für Handschuhe
EN 421
Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlen einschließlich Kontamination und Bestrahlung.
EN 455
Medizinische Einmalschutzschuhe.
EN 511
Schutzhandschuhe gegen Kälte.
EN 659
Feuerwehrschutzhandschuhe
EN 1082
Schutzhandschuhe für den Umgang mit Handmessern
EN 10819
Schutzhandschuhe gegen Vibrationen
EN 60903
Isolierende Schutzhandschuhe für Arbeiten unter elektrischer Spannung.
EN in Vorb.
Schweißerschutzhandschuhe

Die Norm EN 388 definiert vier Prüfungen (A/S/W/D) und Festlegungen in Levels ( 0-5).
Diese Level stellen die Leistungsfähigkeit eines Schutzhandschuhs dar:


Norm EN 388
Abkürzung
Level
Prüfung auf
A 0-4 Abriebsfestigkeit
S 0-5 Schnittfestigkeit
W 0-4 Weiterreißfestigkeit
D 0-4 Durchstichfestigkeit

 

 

 


 

Piktogramme

 

Piktogramm Beschreibung
388b 
MECHANISCHE RISIKEN EN 388
Leistungslevels
A S W D
A = 0 bis 4 Abriebfestigkeit
S = 0 bis 5 Schnittfestigkeit
W = 0 bis 4 Weiterreißfestigkeit
D = 0 bis 4 Durchstichfestigkeit

388
FALLSCHNITTFESTIGKEIT EN 388

374
CHEMISCHE RISIKEN EN 374

0 bis 3 Penetrationstest EN 374-2 Dichtigkeit des Materials
0 bis 6 Permeationstest EN 374-4 Durchbruchzeit der Chemikalie:
1 > 10 Min 2 > 20 Min 3 > 60 Min
4 > 120 Min 5 > 240 Min 6 > 480 Min

511
RISIKEN DURCH KÄLTE EN 511

Leistungslevels

K1 K2 W

K1 = 0 bis 4 Konvektive Kälte
K2 = 0 bis 4 Kontaktkälte
W = 0 bis 1 Wasserdichtigkeit

407
WÄRME UND FEUER EN 407

Leistungslevels

B K1 K2 S W1 W2

B = 0 bis 4 Brennverhalten
K1 = 0 bis 4 Kontaktwärme
K2 = 0 bis 3 Konvektive Hitze
S = 0 bis 4 Strahlungswärme
W1= 0 bis 4 Wärmebelastung durch kleine Spritzer
W2= 0 bis 4 Wärmebelastung durch große Mengen

374b
BAKTERIOLOGISCHE
KONTAMINATION EN 374

Flüssigkeitstest durch den Luft-Leck-Test

421
IONISIERENDE STRAHLEN EN 421

421b
KONTIMINATION DURCH
RADIOAKTIVE PARTIKEL EN 421

388c
STATISCHE ELEKTRIZITÄT EN 388

60903
ISOLIERENDE SCHUTZHANDSCHUHE
FÜR ARBEITEN UNTER
ELEKTRISCHER SPANNUNG EN 60903

 

 

MATERIALEIGENSCHAFTEN

 
Material
Vorteile
Wichtige Einschränkungen
Naturlatex
 
Hervorragende Elastizität und Reißfestigkeit
Kontakt mit Ölen, Fetten und Kohlenwasserstoffderivaten vermeiden
Neoprene
Vielfältige chemische Beständigkeit: Säuren, aliphatische Lösungsmittel

 
Nitril
Sehr gute Abreib- und Durchstichfestigkeit. Sehr gute Beständigkeit gegenüber Kohlenwasserstoffderivaten
Kontakt mit ketonhaltigen Lösungsmitteln, oxydierenden Säuren und stickstoffhaltigen organischen Stoffen meiden.
PVC
Gute Säuren- und Laugenbeständigkeit
Kontakt mit Ketonhaltigen oder aromatischen Lösungsmitteln vermeiden

 

 

 

 



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